Ist Dein Handy fair?

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Laut „Greenpeace“ nutzen die Deutschen ihr Smartphone nur zwei bis drei Jahre, bevor sie es ersetzen. Danach verschwindet das ausrangierte – oft noch funktionstüchtige – Hightech-Handy in einer Schublade. Produktionsbedingungen und Ressourcenverschwendung hat dabei niemand im Auge.

Jedes Smartphone wird aus rund 60 verschiedenen Stoffen gefertigt. Neben Kunststoffen stecken zirka 30 Metalle in den Geräten – darunter Gold, Palladium, Zinn und Kupfer.

Nicht nur, dass das Potential dieser zum Teil seltenen Mineralien in ausgemusterten Mobiltelefonen niemand mehr nutzt: Der Abbau dieser Rohstoffe für immer wieder neue Modelle ist zuweilen sehr energieintensiv und oftmals mit schweren Umweltzerstörungen sowie Menschenrechtsverletzungen durch untragbare Arbeitsbedingungen verbunden.

Beispiel: Kinderarbeit im Kongo

2016 sorgte ein Report der Menschenrechtsorganisation „Amnesty International“ für Aufsehen: Im Kongo sollen schon Minderjährige mit primitiven Werkzeugen nach Kobalt oder Coltan graben. Das sei mitunter lebensgefährlich, da die Arbeiter ohne Schutzkleidung in kaum gesicherte Stollen gehen.

Und wofür? „Die Erträge der primitiven Minen dienen den Warlords der Region dazu, die Folgekonflikte des Bürgerkriegs im Kongo zu finanzieren: Entweder die Arbeiter produzieren direkt für die Kassen der Warlords, oder die Betreiber der Minen müssen Schutzgelder zahlen“, heißt es in einem Bericht der „Welt“.

Unfaire Bedingungen auch bei der Fabrikation

Selbst die Verarbeitung der Rohstoffe und die Fabrikation des Handys beanstanden Menschenrechtsorganisationen. Andrea Ben Lassoued von „Südwind-Institut“ – das sich für eine gerechte Weltwirtschaft einsetzt – bemängelt beispielsweise, dass bei chinesischen Zulieferern von Apple und Co. zehn bis zwölf Stunden für Löhne unter dem Existenzminimum gearbeitet werde und die Menschen dabei meist ungeschützt gesundheitsschädlichen Chemikalien ausgesetzt seien.

Nur bei bekannten Produktionsstätten wie „Foxconn“ soll es nach Kritik echte Verbesserungen gegeben haben. Die wohl aus PR-Gründen angesetzten, marginalen Änderungen in den Kleinbetrieben seien nach Äußerungen von Lassoued gegenüber dem „Kurier“ nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.

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Wem Umwelt- und Arbeitsbelangen nicht egal sind, sollte sich als Konsument aktiv fragen: Was kann ich tun, um den ökologischen und sozialen Fußabdruck meines Smartphones zu minimieren?

Wie kann ich richtig mit der Ressouce „Handy“ umgehen?

Weiterverwenden

Option eins ist natürlich, das Mobiltelefon so lange wie möglich zu verwenden. Je länger es im Einsatz ist, desto eher hat sich der Einsatz der Ressourcen gelohnt und desto umweltfreundlicher wird es.

Verkaufen

Wer wirklich keine Verwendung mehr für das Elektronik-Gadget hat, findet vielleicht über Verkaufsplattformen wie „Ebay“ einen Abnehmer. So genannte Recommerce-Dienste wie „rebuy.de“ oder „momox.de“ – die Geräte in Zahlung nehmen – bieten ebenso Chancen, dem Smartphone zu neuen Bestimmungen zu verhelfen.

Abgeben

Ist das Handy kaputt oder wirklich nutzlos, solltest Du es an einer Sammelstelle oder beim Hersteller abgeben. Das stellt sicher, dass sie später fachgerecht demontiert und die Rohstoffe wieder in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden.

Spenden

Initiativen wie „handysfuerdieumwelt“ der „Deutschen Telekom“ geben den Erlös aus dem Recycling oder dem Weiterverkauf an Naturschützer wie die „Deutsche Umwelthilfe“ weiter. Einen Überblick über weitere Spenden- und Sammelaktionen für ausgediente Handys in Deutschland findest Du beispielsweise hier.

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Alternativen: Faire Smartphones

Und schließlich kannst Du auch über den Kauf eines – soweit wie möglich – nachhaltig gebauten und fair produzierten Handys nachdenken.

Das „Fairphone“

Die Macher des 520 Euro teuren „Fairphone“ aus den Niederlanden legen beispielsweise regelmäßig alle Kosten für Herstellung, den Gewinn pro Gerät, Investitionen und ihre Zuliefererkette offen.

Das „Shiftphone“

Die deutsche Alternative nennt sich „Shiftphone“ und wird von einem hessischen Familienunternehmen vertrieben. Wie die Großen lässt die Firma ihre Smartphones zwar in China zusammensetzen, verspricht auf ihrer Webseite aber „faire Löhne und Arbeitszeiten, keine Kinderarbeit sowie gute Arbeitsbedingungen“. Und weiter: „Unsere Phones sind frei vom Konfliktmaterial Coltan. Ebenso ist uns wichtig, daß die Umwelt nicht unnötig belastet wird.“

Für 299 Euro erhalten die Käufer hier ein 5-Zoll-Gerät – und ein gutes Gefühl.

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Das politisch korrekte Socialphone1 von Shift kommt mit Dual-SIM-Funktion, für den parallelen Betrieb von 2 SIM-Karten, 8 Megapixel-Kamera und Andriod-Betriebssystem. Stylisch, ohne unnötigen Schnickschnack und kann sehr leicht selbst repariert2 werden. Das einzigartige Pfandsystem trägt dazu bei knappe Ressourcen – wie Metalle und seltene Erden – zu recyceln und unnötigen Elektromüll zu vermeiden. Zudem wird großen Wert auf soziale Projekte gelegt.

shift

(1) https://www.vireo.de/socialphone/ (2) https://www.youtube.com/channel/UC8g1DFrAPbTVRBZ_N-YfcLA

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