Exotisch und dennoch regional: Topinambur

Unterschätztes Knollengewächs

Exotisch und dennoch regional: Topinambur - Unterschätztes Knollengewächs

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Topinambur gehört zu den unterschätzten Knollengewächsen. Es lässt sich nicht nur einfach im heimischen Garten kultivieren, sondern ist auch das perfekte Wintergemüse. Kalorienarm, sättigend und auch für Diabetiker geeignet.

Was steckt in Topinambur drin?

Topinambur ist eine Sonnenblumenart, deren Felder in voller Blüte prachtvoll anzuschauen sind. Doch der wahre Schatz sind die Knollen, die rund 20 Zentimeter tief unter der Erde wachsen. Ähnlich wie Kartoffeln – nur kalorienärmer.

Topinambur lässt sich einfach im eigenen Garten kultivieren. In Deutschland findet man aber nur kleine Anbaugebiete in Niedersachsen, Brandenburg und Baden. Geerntet werden die Knollen von November bis April. Topinambur ist damit ein wunderbares Wintergemüse. Und ein gesundes obendrauf.

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Denn in den Knollen stecken Betain, Cholin und Saponine, die als hemmend gegen Krebs angesehen werden. Dazu wurden Polyphenole nachgewiesen, die eine starke antioxidative Wirkung haben.

Der wichtigste Inhaltsstoff ist jedoch der Mehrfachzucker Inulin. Wegen fehlender Enzyme kann unser Körper verdaut diesen nicht aufspalten und erhöht damit nicht den Blutzuckerspiegel. Das macht Topinambur zu einem wichtigen Lebensmittel für Diabetiker. Inulin senkt zudem die Blutfettwerte und wirkt sich positiv auf die Darmbakterien aus. Eisen, Kalium, Magnesium, Phosphor und Calcium und Spurenelemente wie Selen und Zink sowie die Vitamine A, C, B1, B2, Niacin runden das Ganze ab.

Wie schmecken die Topinambur-Knollen?

Süßlich-nussig. Der Geschmack erinnert leicht an Artischocken, die Konsistenz der rohen Knolle an Kohlrabi. Durch die dünne Haut muss Topinambur nicht geschält werden und passt deshalb roh gut in Salate. Die dünne Schale hat jedoch auch einen Nachteil: Topinambur muss innerhalb von zwei Wochen nach der Ernte verarbeitet werden.

Und dazu gibt es zahlreiche Möglichkeiten, denn ob gekocht, gebacken oder frittiert – Topinambur macht immer eine gute Figur. Kenner von hochprozentigen Getränken schwören zudem auf den vor allem in Baden verbreiteten Branntwein als Verdauungsschnaps. Doch Topinambur ist nicht nur ein Lebensmittel: Die trockenen Stängel eignen sich als Viehfutter und als Ersatz von Styropor bei der Dämmung von Wänden und Decken.

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Und woher kommt der Name?

Er leitet sich von den brasilianischen Ureinwohnern Tupinambá ab und ist ein Ergebnis eurozentrischer Arroganz. Als zum ersten Mal Topinambur-Knollen im Jahr 1612 nach Frankreich kamen, war gerade ein Gruppe des Volkes in Paris anwesend. Dumm nur, dass die Tupinambá überhaupt nichts mit der Pflanze zu tun haben, denn Topinambur stammt aus Nord- und Mittelamerika. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet wird in Mexiko vermutet. Dennoch ist der Name bis heute gültig. Andere Bezeichnungen sind Erdbirne, Jerusalem-Artischocke, Bärbel, Erdsonnenblume, Indianerknolle oder Erdtrüffel.

Dieser Artikel von Phillip Bittner erschien zuerst im „enorm Magazin“.

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