Essen wir zu viel Salz? Und ist das schädlich?

Einfluss auf Muskeln, Verdauung & Blutdruck

Essen wir zu viel Salz? Und ist das schädlich? - Einfluss auf Muskeln, Verdauung & Blutdruck

salz-178576628 Kopie

von

Wie viel Salz haben Sie eigentlich heute schon gegessen? Vielleicht ohne das Sie sich dessen bewusst sind? Eine neue Metastudie feuert die Diskussion um Nutzen und Gefahren von Salz erneut an.

Der Epidemiologe Ludovic Trindquart von der Columbia University hat in einer Metastudie gemeinsam mit einer Forschergruppe 269 Studien zum Thema Salz aus den Jahren 1978-2014 untersucht. Hiervon waren unter anderem 25% Primärstudien und 66% Kommentare. Davon unterstützen mehr als die Hälfte (54%) die Hypothese, dass die Verringerung des Salzkonsums zur Reduzierung von Todesfällen und Herzerkrankungen sinnvoll sei, ein Drittel (33%) der Studien lehnten diese Hypothese ab.

Weniger Salz ist gesünder

Das ist also die vorherrschende Lehrmeinung. Doch wie viel ist denn nun „weniger“?

Der durchschnittliche Salzverzehr liegt in Deutschland beim Mann bei rund 10 Gramm Salz, Frauen verzehren durchschnittlich 8,4 Gramm. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schlägt eine Obergrenze von 5 Gramm pro Tag vor. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, nicht mehr als 6 Gramm Salz zu sich zu nehmen.

Der Mensch braucht, je nach Größe, zwischen 150 und 300 Gramm Salz im Körper. Das Natriumchlorid wird im Körper unter anderem für den Knochenaufbau, die Muskeln und die Verdauung genutzt. Und auch für den Blutdruck.

Besonders beim Blutdruck ist jedoch Vorsicht geboten, meint Bluthochdruckexperte Prof. Dr. Maartin Middeke vom Hypertoniezentrum München. Er warnt im Bayerischen Rundfunk vor zu viel Salz: „Die Gefäßalterung, der wir alle früher oder später unterliegen, wird beschleunigt durch zu hohen Kochsalzkonsum. Die Gefäße werden steifer, das heißt der obere Blutdruck steigt an. Das wiederum führt in einen Teufelskreis, weil dadurch die Gefäßsteifigkeit beschleunigt wird, das Herz belastet wird und das kann man sehr schön durchbrechen durch Salzreduktion.“

Salz im Alltag

Jeder Dritte in Deutschland ist salzsensitiv und sollte auf seinen Salzkonsum achten. Doch allzu einfach ist eine Salzreduktion nicht. Vor allem in Fertigprodukten lauern Salzfallen. In zwei Scheiben Toast steckt beispielsweise 1 Gramm Salz, in einer Fertigpizza 5 Gramm. Und wer ein Paar Wiener Würstchen zu sich nimmt, hat schon wieder 3 Gramm Salz verzehrt.

Auch ohne Blutdruckbeschwerden rät Prof. Middeke zu vernünftigerem Umgang mit Salz: „Ich persönlich bin davon überzeugt, wie viele andere Ärzte und Experten auch, dass es sich lohnt, schon in frühen Jahren, auch wenn der Blutdruck noch normal ist, den Salzkonsum in Grenzen zu halten.“

Ich möchte den Codecheck-Newsletter abonnieren und keine News mehr verpassen

Codecheck.info
5/5 2 Stimmen

Weitere Beiträge, die dich interessieren könnten

stevia
Zuckerersatzmittel in der Kritik –
salz
Und was sind die Konsequenzen? –
Himalayasalz
Edelsalz oder einfach nur Salz? –

Kaktusfeigenkernöl, Arganöl,...

winter skin
Anzeige

Trockene Haut im Winter - Öle sind die wahren Helfer

Die Vögel fliegen in den Süden, die Bären verkriechen sich zur Winterruhe in ihre Höhle und manche Insekten versetzen sich gar in eine Winterstarre - wir Menschen nicht. Wir sind wahre Überwinterer und somit der Kälte ausgesetzt. Darunter leidet besonders unsere Haut. Doch spröde und rissige Haut muss nicht sein! Erfahre hier, wie es natürliche Öle schaffen, Deine Haut in einen Winterschlaf zu versetzen.

Ob gesund kochen oder schlemmen...

SWICA-Gesunder Gruss-Wettbewerb-650x371
Anzeige

Wettbewerb: Jetzt mitmachen und doppelt gewinnen

Eine gesunde Ernährung macht Spass und fördert das Wohlbefinden – bei SWICA gehört sie deshalb in den Bereich der Gesundheitsvorsorge. Sie unterstützt ihre Versicherten mit vielseitigen Gesundheitsangeboten rund um die Ernährung und attraktiven Präventionsbeiträgen. Hier erfährst Du, wie Du profitieren kannst. Zudem kannst Du gleich bei zwei Wettbewerben tolle Preise gewinnen.