Chemiekeule Haushaltsreiniger

Putzen kann krank machen

Chemiekeule Haushaltsreiniger - Putzen kann krank machen

Haushaltsreiniger Frau putzt Fenster

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Wer Keime und Bakterien mit Chemie bekämpft, schädigt nicht nur die eigene Gesundheit – auch die Umwelt leidet. Dabei gibt es natürliche Alternativen, die unschädlich und dabei nicht weniger wirksam sind.

Heute wünschen sich viele ein möglichst keim- und schmutzfreies Zuhause. Nicht nur sauber, sondern rein, lautet die Devise. So kommen oft Putzmittel zum Einsatz, die antibakterielle Wirkungen versprechen. Doch gerade diese schaden unserem Körper, sogar das Erbgut sollen sie angreifen. Die toxischen Mittel setzen auch der Umwelt schwer zu. Dabei ist der Hausputz mit ganz natürlichem Mitteln genauso gut erledigt.

Badputz oder Chemieunfall?

Wer kennt das nicht, beim allwöchentlichen Badputz fühlt man sich ein wenig wie bei einem Chemieunfall.

Das Putzen der Toilette mit einem angepriesenen Reiniger aus der Werbung ist keine Freude: Nicht nur die halbe Toilette, sondern auch der eigene Geruchssinn werden gerade weggeätzt, so hat man das Gefühl. Dann die Dusche, hier kommt gerne ein Chlorreiniger gegen Schimmel zum Einsatz – leichte Schwindelgefühle sind spürbar, doch man beißt die Zähne zusammen, schließlich soll alles blitzblank sein. Geschafft!

Jetzt noch der Spiegel – ein feiner Sprühregen des bissigen Glasreinigers regnet auf einen herab. Findet diese Prozedur dann noch in einem Bad ohne Fenster statt, sind die Kopfschmerzen vorprogrammiert.

Muss man sich das wirklich Woche für Woche antun? Sonst achtet man doch auch penibel auf die eigene Gesundheit. Ausreichend Sport und gesunde Ernährung sind schon lange Teil unserer Lebenskultur. Doch zum Putzen holt man sich dann die pure Chemie ins Haus.

Und das, wovor unsere Nase uns seit langem warnt ist wahr: Herkömmliche Putzmittel enthalten so viel Chemie, dass sie unserer Gesundheit und der Umwelt großen Schaden zufügen können.

Haushaltsreiniger - Fliesen putzen

Chemische Stoffe in Putzmitteln

Für jedes Fleckchen in der Wohnung, gibt es heute einen ganz speziellen und angeblich besonders wirksamen Reiniger im Angebot. Doch gerade Spezialreiniger für Bad und Küche enthalten häufig gefährliche Schadstoffe:

Sanitärreiniger enthalten beispielsweise häufig Stoffe wie Salzsäure, Phosphorsäure oder Hypochlorit, diese wirken sehr reizend und sogar ätzend auf die Haut, Schleimhäute und Augen.

Auch Fensterputzmittel und Glasreiniger reizen die Haut und sind zudem leicht entzündlich. Sie beinhalten oft Tenside, Alkohole, Ammoniak und organische Lösungsmittel.

Besonders gefährlich sind Abflussreiniger. Da sie hochkonzentrierte Natron- oder Kalilauge und Schwefelsäure enthalten können, verursacht ein Hautkontakt schwere Verätzungen! Kommen diese Stoffe in die Augen, droht sogar der Sehverlust.

Auch in der Küche, in der Lebensmittel zubereitet werden, kommen Unmengen an Chemikalien zum Einsatz. Vom ätzenden Backofen-, oder Grillreiniger, bis hin zum Entkalker, der ebenfalls eine stark reizende und ätzende Wirkung hat. Sogar das Geschirrspülmittel enthält meist aggressive Tenside oder Sulfonate.

Werden solche Mittel in kleinen geschlossenen Räumen angewendet, drohen Kopfschmerzen, Atembeschwerden und Schwindel. Spezialreiniger können Allergien und Atembeschwerden auslösen, schwächen das Immunsystem und stehen im Verdacht krebserregend zu sein.

Besonders gefährlich sind auch Wechselwirkungen der einzelnen Reiniger. Unwissentlich kann ein gefährlicher Chemiecocktail entstehen. Reagiert beispielsweise Chlor aus dem WC-Reiniger mit einem säurehaltigen Reiniger, kann sich ätzendes Chlorgas bilden, dessen giftige Partikel sehr lange in der Luft bleiben.

Aus all diesen Gründen raten Experten einstimmig von Spezialreinigern ab.

Desinfektionsmittel sind nicht besser, aber gefährlicher als Reinigungsmittel mit den Labeln „antibakteriell“, „Antibacteria“, „Bakterienstopp“ oder „Santizid“, die häufig in der Werbung angepriesen werden, sind nach Ansicht von Experten gefährlich und dabei ganz und gar überflüssig.

Antibakterielle Sprays, Seifen und Hygienespüler zur Wäschedesinfektion stehen bei Verbraucherschützern, Umweltverbänden und Stiftung Warentest auf dem Index. Denn viele antibakterielle Reinigungsmittel beseitigen laut „Stiftung Warentest“ schädliche Keime nicht besser als herkömmliche Putzmittel. Sie schaden weit mehr, als sie helfen:

Desinfektionsmittel und antibakterielle Reiniger enthalten viele Stoffe, die dem Menschen gefährlich werden können. Wie Triclosan – es kann über die Haut aufgenommen werden und den Entgiftungsstoffwechsel der Leber schädigen.

Aus Natriumhypochlorit, einer Substanz, die in vielen Reinigern zu finden ist, wird Chlor freigesetzt. So werden die nützlichen Bakterien der Haut geschädigt, sowie Allergien und Ekzeme ausgelöst.

Putzutensilien

Desinfektionsmittel greifen die Abwehrkräfte an und machen es Krankheiten so erst recht einfach. Einige Desinfektionsmittel können sogar Resistenzen gegen Antibiotika hervorrufen und gelten zudem als möglicherweise erbgutverändernd oder krebserregend.

Das Fazit lautet: Natürlich können Desinfektionsmittel in medizinischen Ausnahmefällen nützlich sein, für den alltäglichen Hausputz sind sie aber absolut überflüssig. Ärzte und Experten sind sich einig: Ein Minimum an Keimen ist nötig, um unsere Abwehrkräfte zu trainieren. Das gilt auch für Kinder: Die Keime, mit denen sie in Wohnräumen in Berührung kommen sind nicht schädlich, sondern trainieren im Gegenteil das Immunsystem!

Umweltschäden, durch chemische Reiniger

Was für den menschlichen Organismus schlecht ist, schadet natürlich auch der Gesundheit. All die chemischen Stoffe der verwendeten Reiniger, werden heruntergespült und gelangen ins Abwasser. Sie töten Wasserorganismen und stören so die Funktion von Kläranlagen.

Daher werden die toxischen Stoffe in Kläranlagen oft nicht vollständig herausgefiltert und gelangen so in die Umwelt und im schlimmsten Fall ins Trinkwasser.

Zudem nimmt die Natur häufig auch schon bei der Herstellung der Putzmittel Schaden, denn die meisten Reiniger basieren auf Erdöl.

Natürliche Alternativen

Einige Hersteller von Putzmitteln setzen auf natürliche Inhaltsstoffe. Diese Produkte tragen die Umweltzeichen „Blauer Engel“ oder „Euroblume“.

Wer aber auf Nummer sicher gehen will und auch eine günstigere Alternative sucht, der kann mit ganz einfachen Mitteln natürlichen Putzmittel selbst herstellen. Das Internet bietet zahlreiche DIY-Rezepte für biologische Reiniger.

Diese Wirkstoffe rücken Keimen und Schmutz besonders gut zu Leibe:

Zitrone: Sie duftet gut, beseitigt Kalk und ist zudem ein Keim-Killer. Auch Fettflecken beseitigt sie mühelos. So eignet sie sich hervorragend zum Putzen von Oberflächen und als Geschirrspülmittel. Einfach einen TL zum Abwaschwasser geben.

Natron: Der Alrounder beseitigt Fett, desodoriert, reinigt in Verbindung mit etwas Essig verstopfte Abflüsse und löst Ablagerungen in der Toilette.

Essig: Er desinfiziert und lässt Gerüche verschwinden. Sein Eigengeruch verfliegt nach kurzer Zeit. 1 EL Apfelessig in der Weichspülkammer ist ein hervorragender Weichspüler-Ersatz.

Ätherische Öle: Lavendel und Teebaumöl wirken antibakteriell und desodorierend, außerdem hinterlassen sie einen tollen Duft. Orangenöl wirkt fettlösend. Mit ätherischen Ölen kann auch ein toller Duft passend zur Jahreszeit für die Putzmittel kreiert werden. Jetzt in der Winterzeit kann zum Beispiel Orangenöl und Zimtrinden-Öl weihnachtlichen Duft verbreiten.

Es gibt aber auch gute Alternativen zur Chemiekeule:

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