Bayer bietet 55 Milliarden Euro für Monsanto

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Bayer bietet 55 Milliarden Euro für Monsanto - Offizielles Angebot

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Der in Leverkusen ansässige Pharmakonzern Bayer hat am Montagmorgen ein Angebot für die Übernahme des US-Unternehmens Monsanto vorgelegt.

Monsanto ist vor allem für die Herstellung des agressiven Pestizids „Round Up“ mit dem Wirkstoff Glyphosat bekannt - und in große Kritik geraten. Allein in Deutschland wird das amerikanische Pflanzenschutzmittel „Round Up“ auf circa 40% der Felder verwendet.

Interessant ist dieser Deal vorallem vor dem Hintergrund, dass die EU-Kommission noch nicht entschieden hat, ob Glyphosat im EU-Raum weiterhin verwendet werden darf. Bayer hätte jedoch auch unabhängig davon große Vorteile durch die Übernahme: So würde das deutsche Pharmaunternehmen seinen momentan vor allem in Europa und Asien agierenden Markt auf die USA ausweiten.

Größter Agrarchemiekonzern der Welt

Durch die Übernahme würden sich zwei der größten Akteure auf dem Agrarmarkt zusammenschließen und damit über ein Viertel der weltweiten Verkäufe von Pflanzenschutzmittel auf sich vereinen, das schrieb das Wall Street Journal unter Berufung auf Zahlen der Bank „Morgan Stanley“.

Ein großer Anreiz für Bayer, und so will man sich die Übernahme auch etwas kosten lassen: ganze 62 Milliarden US-Dollar (rund 55 Milliarden Euro) bietet der deutsche Pharmariese, das liegt ganze 37% über dem aktuellen Börsenwert der US-Firma.

Scharfe Kritik von Umweltschützern

Bereits in der vergangenen Woche haben die Spekulationen über den geplanten Deal deutliche Kritik hervorgerufen: „Gentechnik und Pestizide sind keine Zukunfts-, sondern Risikotechnologien“, sagte Grünen-Bundestagsfraktionschef Anton Hofreiter in einer offiziellen Mitteilung. „Damit würde Bayer das eigene Gerede über nachhaltige Unternehmenskultur Lügen strafen.“

Die Bayer AG hatte in Deutschland bisher einen durchaus positiven Ruf, durch die Erfindung des Schmerzmittels Aspirin und das starke Engagement in der medizinischen Forschung. Doch dazu wird der aktuell geplante Schritt nicht weiter beitragen, einen positiven Effekt auf das eigene Image kann Bayer mit diesem Schachzug nicht erwarten.

Börsenanleger skeptisch

Das auch die Finanzwelt nicht in Jubel ausbricht, zeigte der Börsenkurs der Bayer AG unmittelbar nach der Bekanntmachung. Der Aktienwert fiel um knapp 4 Prozentpunkte, der des Unternehmens damit um ganze 7 Milliarden Euro, und das innerhalb weniger Stunden.

Grund dafür ist die für den Deal nötige Aufnahme von Krediten, denn nur ein Viertel der Investition will Bayer durch Eigenkapital decken, der Rest soll von verschiedenen Banken bereitgestellt werden. Die Anleger vertrauen dieser Strategie wohl noch nicht. Am Ende ist jedoch auch entscheidend, was die Finanzaufsicht von der ganzen Sache hält, denn mit ihrer Absage könnten sie den momentan so heiß diskutierten Deal ganz schnell wieder zunichte machen.

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