Was macht unsere Kinder so dick?

Gewichtige Probleme im Süden

Was macht unsere Kinder so dick? - Gewichtige Probleme im Süden

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Fettleibigkeit ist nicht ausschließlich ein „Erwachsenenproblem“. Jedes fünfte Kind zwischen zwei und neun Jahren hat einer Langzeitstudie nach Übergewicht. Wie kommt es dazu? Und wo leben die korpulentesten Sprösslinge?

Zehn Jahre lang haben Forscher für die „I.Family Study“ mehr als 16.000 Kinder im Alter zwischen zwei und zehn Jahren und deren Familien aus acht EU-Ländern beobachtet. Ihr Fazit fällt bitter aus: Die Häufigkeiten von Fettleibigkeit und Übergewicht bei europäischen Kindern sei auf einem „beispiellosen Niveau“.

Nord-Süd-Gefälle in Sachen Dickleibigkeit

Ihren Ergebnissen zufolge haben etwa 20 Prozent der jungen Menschen in Belgien, Estland, Deutschland, Ungarn, Italien, Spanien, Schweden und auf Zypern zu viel Körperfett. Allgemein zeigte sich, dass der Anteil in nördlicheren Ländern geringer und in südlichen Regionen deutlich höher ist.

Den niedrigsten Wert mit 9,5 Prozent verzeichneten die Fachleute allerdings in Belgien. Deutschland liegt mit einer Quote von 16,5 Prozent im Mittelfeld. Die mit Abstand meisten übergewichtigen Kinder finden sich in Italien (42 Prozent), dahinter reihen sich Zypern (23,6 Prozent) und Spanien (20,9 Prozent) ein.

Fettes Kind schmollt

Sozialer Stand wesentlicher Faktor

Die Studie drehte sich aber nicht nur um die nackten Zahlen. Vielmehr wollten die beteiligten Forscher die Faktoren ermitteln, die das Gewicht der Klein- und Kleinstkinder beeinflussen.

Ein wesentlicher Aspekt dabei ist nach Erkenntnissen der Forscher der soziale Stand der Familie. Weniger gebildete Eltern achteten in der Regel nur gelegentlich auf gesunde Ernährung und stellten seltener Regeln für Süßigkeiten und Sport auf, kommentiert Studienkoordinator Wolfgang Ahrens von der Universität Bremen. Noch dazu seien sie weniger kritisch gegenüber Fernsehwerbung, für die ihre Sprösslinge sehr empfänglich sind.

Auch Psyche und Umfeld beeinflussen Gewicht

Einen enormen Einfluss auf die (negativen) Ernährungsgewohnheiten hätten natürlich Eltern und Freunde. Selbst bei gesundheitsbewusst erzogenem Nachwuchs wächst der Appetit auf Fastfood, Süßes und Knabberkram, wenn Familie und Bekannte mit schlechtem Beispiel vorangehen.

Und auch bei Heranwachsenden gebe es so etwas wie Frustessen. Kinder mit Problemen mit sich selbst oder anderen entwickelten in der Untersuchung häufiger Übergewicht als zufriedene.

Falsches Essen, zu wenig Schlaf

Problematisch sei außerdem, dass die Kinder oft Essen mit hoher Energiedichte zu sich nehmen. Sie würden, so formuliert es die „Süddeutsche“, „zu süß und zu fett essen und zu oft zu Convenience-Produkten greifen, wie Fertiggerichte, Fastfood und andere stark verarbeitete Gerichte beschönigend heißen“.

Dafür mangle es regelmäßig an ausreichend Schlaf sowie an der einen Stunde körperlicher Aktivität, die die Weltgesundheitsorganisation WHO für Kinder empfiehlt.

Eltern und Politik in Verantwortung

Angesichts der Resultate seiner Studie forderte Ahrens Eltern auf, TV-Geräte aus Kinderzimmern zu verbannen. Die Politik müsse seiner Meinung nach Werbung ungesunde Nahrungsmittel einschränken und dafür sorgen, dass es Grünflächen und Radwege sowie genug Platz zum Spielen und Toben in Städten gibt.

Schließlich gelte es, gesundes Essen in Schulen und Kindergärten aufzutischen. Denn aktuell würden die Qualitätsstandards der „Deutschen Gesellschaft für Ernährung“ oft nicht eingehalten werden, fasst „mdr.de“ Ahrens Aussagen zusammen.

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