Ohne Kohlensäure

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Stilles Mineralwasser: Hintergrundwissen, Nährstoffe und Tests

Mineralwasser ist das absolute Lieblingsgetränken der Deutschen: Rund 140 Liter pro Kopf wurden vergangenes Jahr durchschnittlich konsumiert. Kein Wunder, denn der natürliche Durstlöscher kommt praktisch in der Flasche, enthält wichtige Nährstoffe für Körper und Gehirn und dafür keine einzige Kalorie. Wer auf seine Ernährung achten möchte, kommt um Mineralwasser nicht herum - ob man aber lieber Mineralwasser mit Kohlensäure, medium oder ohne Kohlensäure trinkt, ist eine Frage des Geschmacks. Stilles Mineralwasser erlebte gerade in den vergangenen Jahren einen Boom, da es dank fehlender Kohlensäure besonders leicht bekömmlich, für den Sport geeignet und daher das ideale Getränk für einen gesundheitsbewussten Lebensstil darstellt.

 

Wie gesund ist stilles Mineralwasser wirklich?

Das Angebot an Mineralwasser ohne Kohlensäure ist groß: Neben die altbekannten Mineralwassermarken wie Gerolsteiner oder Selters reihen sich inzwischen zahlreiche Discounter-Angebote sowie neuere, weniger bekannte Brunnenbetriebe. Da ist es nicht einfach, den Überblick zu behalten. Inwiefern sich die verschiedenen Mineralwasser voneinander unterscheiden, ist meist erst auf den zweiten Blick ersichtlich: Das Etikett auf der Flasche gibt Aufschluss über die Quelle, aus der das Wasser stammt, sowie die enthaltenen Nährstoffe. Leider wurde in den letzten Jahren immer wieder durch Tests verschiedener Verbrauchermagazine bekannt, dass in Mineralwasser oft mehr steckt, als man denkt - und das in negativer Hinsicht. Zwar stammt Mineralwasser aus Quellen, die tief unter dem Boden liegen, doch die Rückstände von in der Landwirtschaft verwendeten Pestizide gelangen auch in die tiefen Erdschichten. Die von der Mineralwasserbranche als “rein” deklarierten Wasser werden ihrer Bezeichnung damit nicht mehr gerecht.

Viele Verbraucher sind verunsichert, nicht nur was toxische Verunreinigungen im Wasser betrifft. Auch ein zu hoher Anteil an Keimen wurden in mehreren Tests festgestellt. Dies ist gerade dann besorgniserregend, wenn das Mineralwasser zu Zubereitung von Babynahrung benutzt oder von älteren oder kranken Menschen getrunken wird.

Welches der angebotenen stillen Mineralwasser kann man also unbesorgt trinken? Weisen die großen Marken der Mineralwasserbranche eine bessere Wasserqualität auf als Billig-Produkte vom Discounter? Natürlich spielt bei der Wahl des richtigen Mineralwassers auch der Nährstoffgehalt eine wichtige Rolle: Hier können sich stille Mineralwasser beim Gehalt von Magnesium, Calcium oder Natrium sehr voneinander unterscheiden. Wer zum Beispiel Wasser mit viel Calcium bevorzugt oder zu viel Natrium vermeiden will, sollte gut überlegt zur Wasserflasche greifen.

 

Was macht stilles Mineralwasser aus?

Natürliches Mineralwasser unterliegt in Deutschland ganz besonderen Richtlinien. Als einziges deutsches Lebensmittel bedarf es einer amtlichen Anerkennung und muss dazu einer Reihe von streng geprüften Anforderungen entsprechen. Die elementaren Eigenschaften von stillem Mineralwasser sind somit der Ursprung aus unterirdischen und vor Verunreinigungen geschützten Quellen und die ursprüngliche Reinheit des Wassers. Um diese Reinheit zu erhalten, darf Mineralwasser nur mit ausgewählten, die Wasserqualität nicht beeinflussenden Verfahren behandelt werden. Um die ursprüngliche Reinheit sicherzustellen, gibt die Allgemeine Verwaltungsvorschrift über die Anerkennung und Nutzung von natürlichem Mineralwasser (AVV) eine Reihe von Orientierungswerten vor - etwa für die Pestizid-Belastung. Werden in Prüfverfahren Werte nachgewiesen, die diese Orientierungswerte in bedenklicher Weise übersteigen, riskiert der Brunnenbetrieb seine amtliche Anerkennung.

 

Ökotest warnt vor Pestiziden

Im Juli 2011 unterzog das renommierte Verbrauchermagazin Ökotest 105 stille Wasser einem umfassenden Produkttest. Das Ergebnis war alles andere als zufriedenstellend, wurde zum Mediengegenstand und sorgte deutschlandweit für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Mineralwasser. Ein großer Kritikpunkt vonseiten der Tester galt dem Gehalt von Pestiziden im Mineralwasser ohne Kohlensäure.

Demnach wurden in 31 Produkten sogenannte Pestizidmetabolite nachgewiesen. Es handelt sich nicht um Giftstoffe per se, sondern um deren Abbauprodukte. Diese stellen laut Bundesinstitut für Risikobewertung und Umweltbundesamt keine Gefahr für die Gesundheit des Konsumenten dar und sind im Mineralwasser auch nur in sehr kleinen Mengen zu finden. Es ist also nicht ganz einfach, die von Ökotest nachgewiesenen Substanzen zu bewerten. Fakt ist jedoch, dass es sich bei Metaboliten um einen von giftigen Verunreinigungen stammenden Fremdstoff handelt, der die Reinheit von Mineralwasser beeinträchtigt. Im Test von Ökotest wiesen 14 der geprüften stillen Mineralwasser einen Metabolit-Gehalt unter dem Orientierungswert auf; bei 17 Produkten wurde der Abbaustoff in Mengen über dem Orientierungswert nachgewiesen. Allerdings sind bisher in Deutschland noch keine Behandlungsverfahren zugelassen, mit denen Metabolite aus dem Wasser entfernt werden können - Experten sehen die beste langfristige Lösung des Problems in der Umstellung von der agrochemischen auf die biologische Landwirtschaft, um von Anfang an zu vermeiden, dass Pestizide und deren Abbauprodukte in den Boden gelangen.

 

Auch die Stoffe Bor, Mangan und sogar Uran konnten vereinzelt festgestellt werden. Bei Uran ist das Testergebnis besonders besorgniserregend, da das radioaktive Metall auch in niedrigen Mengen die Nieren schädigen kann. Das Umweltbundesamt schreibt einen Maximalwert von 10 μg Uran pro Liter für Erwachsene vor; bei Säuglingen sollten es nicht mehr als 2 μg pro Liter sein.

 

Keime im Mineralwasser ohne Kohlensäure?

In jedem zehnten der getesteten stillen Mineralwasser fand Ökotest eine zu große Menge an Keimen. Dies stellt für gesunde Menschen zwar kein gesundheitliches Risiko dar, kann für Säuglinge, ältere Menschen und solche mit schwachem Immunsystem allerdings bedenklich sein. Auch für den Gehalt von Keimen ist stilles Wasser festen Regelungen und Richtwerten unterlegen: So darf der Keimgehalt nicht über 100 Keimen pro Mililiter liegen. Um zu verhindern, dass zu viele Keime in die Flasche gelangen, ist der Hersteller außerdem dazu verpflichtet, auf hygienische Bedingungen in allen Produktionsschritten zu achten.

 

Leitungswasser als Alternative?

Wasser ohne Kohlensäure kann man theoretisch einfacher und günstiger bekommen als durch den Kauf von Mineralwasser-Flaschen - nämlich aus dem Wasserhahn. Ist Leitungswasser also eine gute und preiswerte Alternative zu stillem Mineralwasser, welches meist ohnehin nicht so rein ist wie es die Hersteller versprechen? Die Stiftung Warentest sagt ja - Mit Blick auf die schlechten Ergebnisse aus dem Test von 2012 könne man getrost auf Trinkwasser aus dem Wasserhahn umsteigen. Denn auch für Leitungswasser gibt es strenge Kontrollen und Grenzwerte für Fremdstoffe.

Auch das Argument, in Mineralwasser aus der Flasche stecken mehr Mineralstoffe, konnte von Stiftung Warentest nicht bestätigt werden. In vielen der getesteten Wasser fanden die Tester sogar weniger Mineralien als in herkömmlichem Trinkwasser aus der Leitung. Allerdings sollte man beachten, dass die Wasserversorgung und damit die Wasserqualität nicht überall gleich ist - daher können Mineralstoffe, Wasserhärte und auch Schadstoffkonzentration von Ort zu Ort variieren.

 

Stilles Mineralwasser in der Glasflasche oder PET Flasche kaufen?

Nicht nur in puncto Inhaltsstoffe unterscheiden sich verschiedene stille Mineralwasser; auch was die Verpackung betrifft hat der Verbraucher die Qual der Wahl. Stilles Mineralwasser wird entweder in der Glas-, PET-Einweg-, -Mehrweg oder -Cycle-Flasche angeboten - aber welche Verpackung ist die beste? Aus ökologischer Sicht sollten Sie auf jeden Fall zur PET-Mehrweg- oder Glasflasche greifen, denn diese sind wiederverwertbar und produzieren so den geringsten Abfall.

 

Wasser auf Inhaltsstoffe und Testergebnisse prüfen mit Codecheck

So schwierig die Entscheidung für das beste stille Mineralwasser auf den ersten Blick erscheinen mag, so leicht wird die Wahl mit Hilfe von Codecheck.info. Hier finden Sie sämtliche Informationen zu Produkten aller Art, die für die Kaufentscheidung relevant sind. Im Fall von Mineralwasser ohne Kohlensäure sind das zum Beispiel der Herkunftsort, die Nährstoffe oder die Ergebnisse von Produkttests durch die Stiftung Warentest oder Ökotest. Ob beliebte Marken wie Adelholzer, Selters und Gerolsteiner oder günstige Alternativen von Aldi und Co., hier sehen Sie auf einen Blick, welches Wasser überzeugt und welches nicht. Um unsere Datenbank stets aktuell und so vollständig wie möglich zu halten, können Codecheck-Nutzer selbstständig Produkte erfassen und ergänzen - so entsteht eine umfassende Produkt-Datenbank, die Konsumenten bei der Wahl behilflich sein kann. Sie erhalten nicht nur einfache Daten, sondern auch wertvolle Hintergrundinformationen zu einzelnen Inhaltsstoffen und Nährstoffen. Um größtmögliche Transparenz zu gewährleisten, können Codecheck-Nutzer zudem ihre Erfahrungen mit dem Produkt teilen und Codecheck so als Austausch-Plattform für Konsumenten nutzen.

 

Quellen:

http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=98002&bernr=04&seite=00

 

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